Neubauprojekt WBGBlackONE

125 Jahre nach ihrer Gründung 1901 wird die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG), im ersten Quartal des kommenden Jahres, mit ihrem nächsten Neubau beginnen. Das vom Nordhäuser Architekt Tobias Winkler geplante Wohnhaus wird erneut ein Pilotprojekt der WBG Südharz. Am 06. August wurde hierzu der Vertrag mit dem Generalunternehmer, der Waresa Bau GmbH aus Nordhausen, unterzeichnet. Diese hatte sich im Ausschreibungsverfahren gegen drei weitere Unternehmen durchgesetzt.
Zum Vertragsabschluss in der Geschäftsstelle der WBG trafen sich Waresa-Geschäftsführer Silvio Wagner mit Sven Dörmann, WBG-Vorstand Wohnen sowie Prokuristin Sandra Romberger und Projektleiter Mario Vopel.
Nach dem erfolgreichen Neubauprojekt “WBGreenONE” in der Stolberger Straße in Nordhausen wird auch beim neuen Vorhaben mit dem Arbeitstitel “WBGBlackONE” der Fokus auf die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt. Dazu der WBG-Vorstand: „Wir wollen in der Schröterstraße ein überwiegend energieautarkes Gebäude errichten, das seinen Energiebedarf (Strom, Wärme, Warmwasser) weitgehend selbständig aus erneuerbaren Energien decken kann. Es soll dabei nur noch in Spitzenlastzeiten im Winter auf zusätzlichen externen Ökostrom aus dem öffentlichen Stromnetz angewiesen sein.”
Das Haus mit sechs Drei-Raum-Wohnungen und einer Vier-Raum-Wohnung sowie Tiefgarage und Aufzug wird mit umfangreichen PV-Anlagen auf dem Dach und an den Fassaden ausgestattet sein. Es wird über einen sehr großen Batteriespeicher sowie über einen 200-Liter Boiler je Wohnung verfügen.
Für die zukünftigen Bewohner bedeutet das, dass in der pauschalen Inklusivmiete, neben der obligatorischen Grundmiete, ebenfalls die Heizkosten, die Kosten der Warmwasserbereitung, der Hausstrom (Aufzug, Treppenhäuser, Tiefgarage) und, als besonderes Highlight, ebenfalls der Wohnungsstrom bereits enthalten sein wird. Lediglich die üblichen kalten Betriebskosten, z. B. für Trinkwasserverbrauch, Abwasser, Abfallentsorgung usw., werden weiterhin separat abgerechnet.
Der außergewöhnliche Vorteil hierbei liegt u. a. in der Einsparung sämtlicher Kosten und Gebühren für Strom- und Wärmemengenzähler sowie deren jährliche Abrechnungen.
Erstmalig bei einem Neubau der WBG Südharz werden statt konventioneller Fußbodenheizung alle Wohnungen mit Infrarot-Heizungen an den Zimmerdecken ausgestattet.
Die ausgereifte Technik der extrem wartungsarmen Heizgeräte und Warmwasserboiler spart u. a. auch die Kosten für die ansonsten jährlich anfallenden Wartungsarbeiten an Wärmepumpen oder Gasheizungen. Außerdem entfallen der Aufwand und die Kosten für die mindestens alle drei Jahre anfallende Legionellenprüfung.
Der Vorstand der Genossenschaft hatte sich im Vorfeld der Planungen ausführlich über ähnliche Projekte in Weimar (Neubau) sowie in Aschersleben (Sanierung) informiert und ist überzeugt, mit diesem Neubau einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität von Wohngebäuden zu gehen.
Nach dem aktuellen Stand der Planungen wird das Vorhaben, das im Sommer 2027 bereits fertiggestellt sein soll, für die Wohnungsbaugenossenschaft rund 2,8 Mio. Euro kosten.